20. März. World Storytelling Day. Ein Tag, an dem sich Licht und Dunkelheit die Hand geben.
Ein Tag, den ich jedes Jahr feiere. Ein Tag, an dem wir uns Geschichten erzählen.
Gleichzeitig. Überall.
Im Wohnzimmer in Berlin. In einer Bibliothek in Stockholm und bestimmt auch an Lagerfeuern. Manche mit Mikrofon, manche einfach am Küchentisch.
Wie ist der World Storytelling Day entstanden?
Schweden. Anfang der 90er. Ein paar Menschen sagen: „Hey, lass uns einen Tag machen, an dem wir das Erzählen feiern. Einfach, weil’s schön ist.“
Sie nennen das Ganze „Alla berättares dag“ – der Tag aller Erzählerinnen und Erzähler. Dieser Tag ist also nicht von irgendeiner großen Organisation erfunden worden. Er ist gewachsen wie eine gute Geschichte.
Und wie das mit Geschichten so ist: die Idee bleibt nicht da, wo sie geboren wurde. Sie wandert.
Australien feierte 1997 fünf Wochen lang die Celebration of Story. In Lateinamerika feiern sie den 20. März schon länger als Tag der ErzählerIinnen. 2001 kommt Skandinavien dazu, Kanada, halb Europa …
Und irgendwann sagt die Welt kollektiv:
„Ja, das ist gut. Das machen wir jetzt jedes Jahr.“
Genau das passiert jedes Jahr am 20. März:
Ein globaler Staffellauf von Geschichten.
Ein 24‑Stunden‑Story‑Marathon.
Ein „Wir erzählen heute alle ein bisschen Licht in die Welt.“
Light in the Dark. Licht im Dunkeln.
Das war das Motto in diesem Jahr. Ich mag das. Weil’s so simpel und gleichzeitig so kraftvoll ist. Gefühlt kann gerade der ganze Planet ein bisschen mehr Licht gebrauchen. Ein warmes, kleines „Hier, guck mal, du bist nicht allein“.
Geschichten machen das automatisch.
Kinder zeigen uns das jeden Tag.
Die erzählen einfach drauflos – mit Gesten, Geräuschen, schiefen Logiken und ganz viel Herz.
Wir Erwachsene?
Wir brauchen manchmal erst einen Anlass.
Vielleicht ist genau das der Grund für diesen Tag.
Komm, erzähl mir eine Geschichte
Achtung, jetzt kommt eine Einladung, direkt aus dem Storytelling‑Workshop:
„Komm, gib mir deine 6‑Wort‑Story.
Sechs Wörter, die ein bisschen Licht bringen.
Storytelling beginnt nicht mit einem Epos.
Es beginnt damit, dass du dich traust, überhaupt was zu sagen.“
Keine Sorge, in sechs Wörtern bekommen alle auf einmal die Kurve. Egal ob Vorstand, Vertrieb oder Hardcore‑Controller.
Warum?
Weil’s klein genug ist, um machbar zu wirken.
Und groß genug, um berühren zu können.
Die vielleicht berühmteste 6‑Wort‑Story
… stammt angeblich von Ernest Hemingway.
Er wurde herausgefordert, eine Geschichte in nur sechs Worten zu schreiben.
Das Ergebnis?
„For sale: baby shoes, never worn.“
Zu verkaufen: Babyschuhe. Ungetragen.
Fun Fact: Ich konnte bisher weder einen Nachweis finden, dass die Story wirklich von Hemingway stammt, noch dass sie historisch belegt ist.
Das ändert aber nichts am Ergebnis. Sie wirkt. Jedes Mal, wenn ich sie im Workshop erzähle. Weil die eigentliche Story in unseren Köpfen stattfindet. Drama oder Happy End? Das entscheiden Sie selbst.
Der World Storytelling Day zeigt für mich jedes Jahr wieder:
Geschichten sind unser ältestes – und gleichzeitig modernstes – Kommunikationswerkzeug.
Jetzt sind Sie dran
Was ist Ihre 6-Worte-Story? Schreiben Sie sie gern unten in die Kommentare. Ich freue mich auf Ihre Geschichten.
2 Kommentare
Ein Blick, ein Wort, ein Leben
Schöne Ostern, lieber Michael
Gruß Peter
Servus Peter,
ganz im Sinne des diesjährigen Motto: „Ein Funke, und alles wird hell.“ Dir ebenfalls schöne Ostern und herzlichen Dank, dass du zu meinen Lesern gehörst.
Herzlichst, Michael.