Elevator Pitch: Ein Experiment….

Michael Geerdts, Elevator Pitch, Elevatorpitch, Blog, Präsentation: 3 Ideen für einen guten Einstieg

…oder was passiert, wenn Sie sich gut vorbereiten.

Leitende Angestellte wurden gefragt: Wie viel Zeit wenden Sie auf, um eine Präsentation zu üben, bei der viel auf dem Spiel steht. Fast die Hälfte gab an, sich maximal 60 Minuten dafür zu nehmen. (Quelle: resonate, Nancy Duarte). Was passiert, wenn Sie sich gut vorbereiten, erfahren Sie in diesem Artikel.

„Herr Geerdts, was machen Sie noch hier? Gehen Sie nach Hause.“ Der Veranstalter schaut mich an. „Ich habe noch einen Vortrag zu halten“, ist meine Antwort. Er schüttelt den Kopf und lächelt. „Nein, Sie sind fertig. Das war es. Ganz schön anstrengend, nicht wahr?“

Kurze Rückblende:

Dienstag, 27. Oktober. In meinen Emails finde ich folgende Nachricht: „Sehr geehrter Herr Geerdts, für einen Workshop im Rahmen eines Kickoff-Events am 23.02.2016 in Esslingen suchen wir für 10 Workshops á ca. 30 Minuten einen Coach, der den ca. 250 Teilnehmern das Prinzip Elevator Pitch nahe bringt. Können Sie mir für diesen Termin ein Angebot von Ihnen schicken?“

„Wie bitte? 10 Vorträge an einem Tag?“ ist mein erster Gedanke. Wie hätten Sie reagiert? „Das geht nicht?“ Oder denken Sie: „Das klingt nach einem spannenden Experiment!“ Ich bin dabei.

ZDF – Zuerst die FVorbereitung

Womit starten Sie, wenn Sie eine Präsentation vorbereiten? Klappen Sie den Rechner auf, um die Startfolie schon einmal zu schreiben? Öffnen Sie den Browser, um zu recherchieren?

Was ist die Kernaussage?

Wie lautet die zentrale Botschaft meines Vortrages in einem Satz? Das ist für mich die Basis, auf der sich der Rest aufbaut. Danach brauchen Sie sich nur noch zu fragen: Unterstützt dieser Punkt, diese Story oder diese Folie meine Kernaussage? Wenn nicht, lassen Sie es einfach weg.

Wer sitzt im Publikum?

Machen Sie sich erst Gedanken über den Inhalt Ihres Vortrages, sobald Sie Ihr Publikum kennen. Für mich heißt das: Wer sitzt da vor mir? Wie alt sind meine Zuhörer? Wie groß ist die Gruppe? Hat das Publikum schon Erfahrungen mit dem Elevator Pitch oder hören sie heute zum ersten Mal davon? Wieviel Männer und wieviel Frauen sind im Publikum. Warum ist das Thema interessant (warum sollte mir überhaupt jemand zuhören?) Ist Humor bei diesem Publikum angebracht?

Erst jetzt setze ich mich an den Inhalt und wie ich meine Ideen präsentiere. Für diesen Vortrag habe ich mich entschieden, Power-Point mit der Lessig-Methode zu nutzen. Was dahinter steckt, können Sie hier im Artikel lesen.

Dazu brauche ich mehr Vorbereitungszeit, damit alles rund läuft. Also habe ich die Präsentation zehnmal mal laut geübt. „Geerdts, das ist doch viel zu aufwendig!“ denken Sie jetzt vielleicht. Die Aufgabe am Tag der Veranstaltung bestand darin, 10 Vorträge á 25 Minuten zu halten. Dazwischen waren je 5 Minuten Pause, damit die Gruppen wechseln konnten. Gutes Timing war also extrem wichtig.[Tweet „The only thing we work in rehearsal is so we don´t have to work on stage – Bo Eason“]

 

Was während der Vorträge passierte:

Während der Vorträge sind mir verschiedene Dinge aufgefallen:

  • Ich habe frei gesprochen und konnte mich ganz auf mein Publikum konzentrieren. Obwohl ich durch die Schlagworte auf den Folien an gewisse Worte gebunden war, habe ich mich freier und interaktiver gefühlt.
  • Beim dritten Vortrag ist die Technik ausgefallen. (Ja, ich hatte mein nagelneues MacBook nicht aufgeladen.) Es blieb keine Zeit, die Präsentation neu zu starten. Also habe ich am Flipchart improvisiert. Das war ganz einfach und natürlich, weil der Vortrag einfach saß. Wenn der Vortrag sitzt, ist es (fast) egal, was passiert.
  • Jeden Vortrag habe ich anders begonnen. Alleine schon, damit es für mich immer spannend bleibt. Nach der Mittagspause ich jede Gruppe gefragt: „Wie viele Präsentationen haben Sie heute schon gesehen?“ Die wenigsten konnten das beantworten. Machen Sie jede Präsentation zu einem emotionalen Erlebnis, damit die Botschaft haften bleibt.
  • Beim sechsten Vortrag habe ich mich mittendrin gedacht: „Geerdts, das hast Du doch eben schon gesagt.“ Das hat sich wirklich seltsam angefühlt.
  • Die Präsentation habe ich in 3 große Blöcke unterteilt. Dadurch konnte ich bei Bedarf einen Teil weglassen und war trotzdem pünktlich fertig. (Keiner weiß, was Sie nicht gesagt haben.) Wenn Sie lebendige Zuschauer haben möchten, seinen Sie lebendig.

Fazit:

War das sehr aufwendig, sich so vorzubereiten? Ja. Und dieser Aufwand hat dazu geführt, dass ich während des Vortrages ganz für mein Publikum da war. Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall. Abgesehen von den positiven Feedbacks und den Empfehlungen hat es sich auch sehr leicht angefühlt. Jetzt denken Sie einmal an Ihre nächste Präsentation und stellen sich vor, Sie könnten das auch….

Schreiben Sie mir gern Ihre Erfahrungen oder hinterlassen Sie einen Kommentar. Ich freue mich auf Ihre Meinung.

Nach oben